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Achtundvierzig Jahre in Feuerwehruniform – der Einstieg

Günter Klaproth berichtet von seinem Einstieg in die Feuerwehr. Er ist 1968 zusammen mit Heinrich Eicke (Turmstr. 3), Gerd Wilhelm, Gotthard Hielscher und Peter Mislisch in die Oerier Feuerwehr eingetreten. 

Endlich 16 – auf der Jahreshauptversammlung der Oerier Feuerwehr im Januar 1968 wurden wir zu fünft als Feuerwehrmann-Anwärter in die Oerier Feuer- wehr aufgenommen. Da zu dieser Zeit die Gründung einer Jugendfeuerwehr noch in weiter Ferne lag, betrug das Mindesteintrittsalter für den aktiven Dienst 16 Jahre. Für die meisten Jungen unseres Alters war es selbstverständlich, frühestmöglich in die Feuerwehr einzutreten – wir wollten dabei sein. Es war für uns einer der ersten Schritte ins Erwachsenenleben. Wir fingen ja auch nicht bei null an. Bereits als Kinder und Jugendliche waren wir als Zuschauer bei den Übungs- terminen der Oerier Wett- kampfgruppen und selbstver- ständlich bei den Unterkreiswettkämpfen dabei.

linkes Bild
Übungspause. Von links: Günter Klaproth, Siegfried Wilhelm, Gotthard Hielscher, Peter Mislisch, Gerd Wilhelm, Manfred Jahnke

Nach erfolgreicher Absolvierung des Feuerwehrgrundlehrganges wurden wir in die Gruppe 2 der Oerier Feuerwehr integriert. Und die Gruppe 2 war nicht schlecht! Mit unserem Gruppenführer Karl-Heinz (Kalle) Schmidt gewannen wir etliche Wettkämpfe im damaligen Unterkreis 7 und auch bei anderen Wehren in der näheren Umgebung. Anfangs wurden wir oft vom Publikum belächelt, wenn wir mit unserem TSA (Tragkraftspritzenanhänger) hinter einem Traktor oder mit der Spritze und den Schläuchen auf dem VW-Bulli unseres ortsansässigen Maurermeisters Hans Schulz zum Wettkampf anrückten. Doch nach erfolgreich und schnell absolvierter Einsatzübung schlug der gutmütige Spott oftmals in ehrliche Anerkennung um. Es war schon eine schöne Zeit! Als kleine Ortsfeuerwehr hatten wir glücklicherweise nicht so viele Einsätze. In den Jahren 1968 bis Februar 1974, als im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform auch die Gemeinde Oerie und sechs weitere umliegende Gemeinden mit der Stadt Pattensen zur Einheitsgemeinde Stadt Pattensen zusammengeschlossen wurden, hatten wir zwei Brandeinsätze in Oerie.

Der erste Einsatz war ein durch Blitzeinschlag ausgelöster Dachstuhlbrand auf dem Kornboden des Landwirts Heinrich Eicke. Dieser Brand konnte jedoch bereits kurz nach dem Entstehen gelöscht werden, sodass zum Glück nur ein begrenzter Schaden entstand. Der zweite Brandeinsatz war weitaus spektakulärer. Am 15. Juni 1970 nachmittags brach im Schafstall des Landwirts Heinrich Mensing ein Feuer aus. Unsere Wehr übernahm zusammen mit den Feuerwehren Pattensen, Hüpede, Bennigsen und Lüdersen die Brandbekämpfung. Trotz vereinten Bemühens konnte der Schafstall jedoch nicht gerettet werden – er brannte vollständig aus. Ein Übergreifen des Feuers auf das benachbarte Wohnhaus konnte zum Glück abgewehrt werden. In der darauf folgenden Nacht übernahmen wir schichtweise die Brandwache, um die immer wieder aufflammenden Schwelbrände zu löschen. Außerdem wurden wir mehrmals alarmiert, um bei Unwettern mit wolkenbruchartigen Regenfällen überschwemmte Keller auszupumpen.

Die am schwersten belastenden Einsätze waren jedoch die Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden auf dernahen B3. Zum Glück war ich persönlich bei solchen Einsätzen nur selten  dabei, aber allein die Berichte der Kameraden, die im Einsatz beteiligt waren, berührten mich schon sehr. Rückblickend nach gut fünfundvierzig Jahren stelle ich ohne Abstriche fest, dass ich meine damalige Entscheidung, der Oerier Feuerwehr beizutreten und dabei zu bleiben, nie bereut habe. Ich möchte die Wettkämpfe (mit anschließender Pokalein- weihung bzw. Manöverkritik bei Mutter Engelke), die Übungsabende (mit Abschluss an gleicher Stelle), die Feuerwehrdienste, Festausmärsche und Kommersveranstaltungen bei den Feuerwehrfesten der befreundeten Wehren und vor allem bei unseren eigenen Feuerwehrfesten und -veranstaltungen, aber auch die gewonnenen Erfahrungen bei den Einsätzen nicht missen!